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Folge 1: Eva Papst

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Das Gespräch mit Eva Papst wurde am 1. Dezember 2011 im Bundesblinden-Erziehungsinstitut aufgenommen. Eva Papst ist blind, und sie ist technologisch ungewöhnlich sattelfest. Warum das so ist, und warum sie in letzter Zeit zu einem regelrechten Apple-Fan geworden ist, das lernen wir im Laufe des Gesprächs.

Wir reden viel über den Wert neuer Technologien und Medien für Blinde sowie Fragen der Gestaltung von Technologien für den barrierefreien Zugang. Ein teil des Gesprächs widmet sich dementsprechend der Demonstration solcher Technologien. Das ist manchmal etwas langwierig zum zuhören. Ich habe ein paar der anstrengenderen Längen rausgeschnitten, und die Gesamtlänge damit von etwa zweieinhalb Stunden auf etwa unter zwei gekürzt, aber ich glaube, die verbliebene Langwierigkeit vermittelt einen guten Eindruck der Stärken und Schwächen existierender unterstützender Systeme. Leider sind dabei auch an ein oder zwei Stellen leichte inhaltliche »Sprünge« entstanden, ich bitte um Nachsicht. Spannend ist für mich jedenfalls, dass die Form der Tonaufnahme sie, die Hörerinnen und Hörer, ebenfalls quasi erblinden lässt.

Für mich war es das erste Gespräch dieser Art, und ich habe sicher noch ein paar Anfängerfehler gemacht. Es war für mich aber auch ein ausserordentlich interessantes Gespräch, und ich glaube, es vermittelt einiges über die Gestaltung von Technologien für blinde und sehbehinderte Anwenderinnen und Anwender.

Für Rückfragen und Diskussionen stehen wir (Eva Papst und ich) in den Kommentaren zu diesem Eintrag gerne zur Verfügung!

Weitere Links:


Bundesblinden-Erziehungsinstitut: http://www.bbi.at/

WAI Austria - Zugang für Alle: http://www.wai-austria.at/

Text von Eva Papst über ihr iPhone: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=12670

Bilder:

IMG_0590.JPG

Eva Papst mit iPhone


der braille-duden (rot)

Der im Gespräch referenzierte Braille-Duden (rot)


die tragbare Braille-Zeile/Tastatur

Ebenfalls im Gespräch erwähnt: die tragbare Braille-Zeile/-Tastatur




wilfried reinthaler (unauthenticated)Jan 26, 2012 6:22 PM

sehr sehr hörenswertes gespräch. spannend nicht nur für menschen mit gestaltungswillen in der informatik. wunderbar, wenn sich zwei gscheite und wohlmeinende menschen über so viele interessante themen austauschen.

Juergen Plauensteiner (unauthenticated)Feb 12, 2012 5:34 PM

Vielen Dank für den tollen Podcast. War absolut lehrreich, wie Webseiten von Blinden wahrgenommen werden. Was Smartphones betrifft, hätte ich jetzt gesagt, dass Frau Papst offenbar genauso schnell navigieren kann wie ich, der sehen kann. Unglaublich, vor allem weil ich als Laie eigentlich gedacht habe, dass Smartphones gar nicht nutzbar für Blinde sind. Viel gelernt und ich bedanke mich ganz herzlich für das tolle Hörerlebnis. Einziger Verbesserungswunsch von mir: Aus Zeitgründen höre ich Podcasts immer im Auto bei langen Autofahrten. Selbst mit voll aufgedrehter Anlage im Auto und iphone auf Anschlag, war der Podcast aber sehr leise und ich habe daher am Freitag bei der Heimfahrt aus dem Büro abgebrochen, weil es durch den Fahrtlärm auf der Autobahn zu anstrengend war. Daher erst heute beim Spazierengehen nachgehört. Schön wäre eine lautere Spur in Zukunft.

peter purgathofer (unauthenticated)Feb 14, 2012 8:41 AM

danke für die schönen worte. ich habe inzwischen einiges dazugelernt und ordentlich an den knöpferln gedreht, und ab folge 3 sollte das gespräch besser aufbereitet = leichter hörbar sein. ich bitte um rückmeldung, ob dem so ist!

Mar 10, 2012 11:04 PM

@vodl hat folgende frage auf twitter gestellt:

Hallo,
warum PCs mit GUIs und nicht TUI? Zb Linux mit Textbrowser?"

nachdem eva papst auf twitter nicht mehr wirklich aktiv ist, habe ich ihr die frage weitergeschickt und folgende antwort zurückbekommen:

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig interpretiere.

Wil man hier Menschen auf eine TExtschiene reduzieren, nur weil sie nicht sehen können? Sollen diese aus dem normalen Betrieb ausgegliedert werden? Soll hier die Kommunikation mit Arbeitskollegen erschwert werden, weil andere Formate und Oberflächen Verwendung finden?

Ich will dies nicht annehmen.

Außerdem haben viele blinde Menschen noch einen sehr geringen Sehrest. Sie können zwar nichts am Bildschirm lesen, aber sie orientieren sich darauf weitgehend mit Farben und Formen. In einer Textwüste wären sie verloren.

Für den Einsatz von Windows gibt es viele Gründe: Zum einen ist die Community sehr groß und Hilfe in der Familie vorhanden, wenn man diese braucht. Zum anderen gibt es noch nicht sehr lange sinnvolle und komfortable Unterstützung bei Linux.

Der Hauptgrund dürfte aber die Frage der Kompatibilität sein. Wenn ich beispielsweise im Büro ein Dokument erhalte, um es in Blindenschrift zu übersetzen, dann kommen diese vom Mac, von Windows oder sonstwo. Und die Windows-Plattform bietet Konverter für fast alle Formate, wenn auch nicht immer verlustfrei konvertiert werden kann.

Außerdem ist Linux etwas für Freaks und Leute, die gewohnt sind, mit Kommandozeilen zu arbeiten, denn die grafische Oberfläche von Linux wird für Sprache und Braile nicht komfortabel genug unterstützt.

Die Frage ist sehr oft nicht so sehr, was geht, sondern was schnell und bequem geht. Und hier hat man unter Windows einfach die größere Wahl.

Ich persönlich habe mich eben wieder für einen Windows-Rechner entschieden, weil es z.B. unter Mac noch kein komfortables OCR-System für mich gibt, dort der Firefox von VoiceOver nicht unterstützt wird und noch etliche andere Bereiche des täglichen PC-Lebens durch den Screen Reader nur teilweise unterstützt werden. Und für meine teure Hardare gibt es keine treiber.

Der Mac hat seine Stärke aus meiner Sicht in der Kommunikation und im Multimedia-Bereich. Da ich keinen großen Bildschirm brauche, reicht mir das iPhone plus sinnvoller Peripherie.

Wer sich vorwiegend mit Programmierung und Datenbanken beschäftigt, der wird mit Linux gut bedient sein. Der Durchschnitts-User kommt damit erfahrungsgemäß wenig klar, weil die Community klein ist und man kaum Experten im Bekanntenkreis hat.

Hilft Ihnen das weiter?

Mir ist es enorm wichtig, blinde Menschen nicht mit Sonderlösungen auf ein Abstellgleis zu stellen (womit ich nicht Linux meine, sondern den erwähnten Text-Browser). Information ist nicht nur Text.

Viele Grüße
Eva Papst

Sonja Vana (unauthenticated)Mar 11, 2012 10:38 PM

Ich hatte gerade Zeit und hab mir gedacht ich hör mal in einen der Podcasts rein, die ja bereits in der Vor(besprechung)lesung erwähnt wurden.
Ich fand das Gespräch sehr lehrreich, da ich jetzt weiß wie Internetseiten von Blinden wahrgenommen werden, dadurch kann man in Zukunft auch besser darauf eingehen wenn man denn damit zu tun hat.
Ebenso bemerkenswert fand ich, dass Sehbehinderte Menschen auch Smartphones mit vergleichsweise (zu meiner Vorstellung die ich davor hatte) ohne Schwierigkeiten nutzen können. Sehr faszinierend fand ich auch die Tippgenauigkeit von Frau Papst, ich glaube ich vertippe mich öfter auf meinem Handy.
Interessant war auch wie schnell man hören kann wenn man es ein bisschen trainiert. (Wobei ich zugeben muss, dass ich rein durch diesen Podcast auch wieder gemerkt habe wie sehr ich mich im Alltag auf meine Ohren verlasse, da ich Jahrelang immer schlechter - um ca. 1 Dioptrie - sehen konnte habe ich mir das angewöhnt und merke es im Alltag meist auch nicht mehr. Beispielsweise habe ich vergleichsweise viel von dem schnell gesprochenem Text verstanden.)
Ich freue mich schon auf das nächste Gespräch dass ich mir demnächst (wenn ich Zeit habe) anhören werde.
Lg Sonja Vana

Mar 12, 2012 9:43 AM

danke für die nette rückmeldung. freut mich, dass es so gut angekommen ist!

(unauthenticated)May 14, 2012 7:28 PM

AFAIK erzeugen alt-Attribute (nicht -Tags, nicht -Elemente) erzeugen nur bei alten IE- und Opera-Versionen Tooltips, der Standard sah seit je her ein eigenes Attribut für Tooltips vor.

(unauthenticated)May 14, 2012 7:36 PM

CSS-Resetter sind nicht gut (schränken z.B. die Modifizierbarkeit von User-CSS ein, zwingen u.u. dass man Einträge dort mit "! important" kennzeichnen muss was an anderer Stelle wieder Probleme bereitet) und kommen von der Unart, dass Leute sich einbilden, ihre Webseite bei jedem pixelgenau gleich aussehen lassen zu versuchen. Seiten von Leuten mit so einer Einstellung haben auch öfter Probleme beim Skalieren.